ÜBER DIE SEHNSUCHT

 

Auf dem Gipfel eines Berges

ließ sich die Sehnsucht nieder,

um sich auszuruhen.

 

"Hoch bin ich gekommen", dachte sie.

Doch der Wind, im Vorbeigehen,

erzählte ihr von der Sonne.

 

"Noch einmal", sagte die Sehnsucht,

"werde ich meine Flügel ausbreiten,

um das Licht der Sonne zu berühren".

 

Sodann ist sie in das Himmelblaue verschwunden.

Ob sie es schaffte, weiß keiner.

Tausende von Jahren sind seitdem vergangen.

 

Nur der Wind flüstert

heute noch Bruchstücke jener Geschichte

in die Ohren der Menschen.

 

Und über die Sehnsucht sagt er,

wenn man seine Ohren öffnet, seinen Mund schließt,

ist das Flattern ihrer Flügel noch zu hören...